Islampress

Ein gemeinsames Wort

Wie schon einmal in ihrem Open Letter to His Holiness Pope Benedict XVI – siehe auch hier – hat das Royal Aal al-Bayt Institute for Islamic Thought aus Anlaß des Monats Ramadan ein weiteres “Gemeinsames Wort” in Form eines an Papst Benedict und 32 Würdenträger der Christenheit gerichteten und von 138 islamische Führer unterschriebenen “Open Letter” auf den Weg gebracht.

His Holiness Pope Benedict XVI,

His All-Holiness Bartholomew I, Patriarch of Constantinople, New Rome,
His Beatitude Theodoros II, Pope and Patriarch of Alexandria and All Africa,
His Beatitude Ignatius IV, Patriarch of Antioch and All the East,
His Beatitude Theophilos III, Patriarch of the Holy City of Jerusalem,
His Beatitude Alexy II, Patriarch of Moscow and All Russia,
His Beatitude Pavle, Patriarch of Belgrade and Serbia,
His Beatitude Daniel, Patriarch of Romania,
His Beatitude Maxim, Patriarch of Bulgaria,
His Beatitude Ilia II, Archbishop of Mtskheta-Tbilisi, Catholicos-Patriarch of All Georgia,
His Beatitude Chrisostomos, Archbishop of Cyprus,
His Beatitude Christodoulos, Archbishop of Athens and All Greece,
His Beatitude Sawa, Metropolitan of Warsaw and All Poland,
His Beatitude Anastasios, Archbishop of Tirana, Duerres and All Albania,
His Beatitude Christoforos, Metropolitan of the Czech and Slovak Republics,

His Holiness Pope Shenouda III, Pope of Alexandria and Patriarch of All Africa on the Apostolic Throne of St. Mark,
His Beatitude Karekin II, Supreme Patriarch and Catholicos of All Armenians,
His Beatitude Ignatius Zakka I, Patriarch of Antioch and All the East, Supreme Head of the Universal Syrian Orthodox Church,
His Holiness Mar Thoma Didymos I, Catholicos of the East on the Apostolic Throne of St. Thomas and the Malankara Metropolitan,
His Holiness Abune Paulos, Fifth Patriarch and Catholicos of Ethiopia, Echege of the See of St. Tekle Haymanot, Archbishop of Axium,

His Beatitude Mar Dinkha IV, Patriarch of the Holy Apostolic Catholic Assyrian Church of the East,

The Most Rev. Rowan Williams, Archbishop of Canterbury,
Rev. Mark S. Hanson, Presiding Bishop of the Evangelical Lutheran Church in America, and President of the Lutheran World Federation,
Rev. George H. Freeman, General Secretary, World Methodist Council,
Rev. David Coffey, President of the Baptist World Alliance,
Rev. Setri Nyomi, General Secretary of the World Alliance of Reformed Churches,

Rev. Dr. Samuel Kobia, General Secretary, World Council of Churches,
And Leaders of Christian Churches, everywhere …

Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Barmherzigen
Ein Gemeinsames Wort zwischen Uns und Euch

(Zusammengefasste Kurzform)

(Übersetzung: M.M.Hanel )

Muslime und Christen machen gemeinsam mehr als die Hälfte der Weltbe völkerung aus. Ohne Frieden und Gerechtigkeit zwischen diesen beiden religiösen Gemeinschaften kann es keinen Frieden von Bedeutung auf der Welt geben. Die Zukunft dieser Welt hängt vom Frieden zwischen Muslimen und Christen ab. Die Grundlage für diesen Frieden und dieses Verständnis füreinander gibt es bereits. Sie ist Bestandteil der absolut grundlegenden Prinzipien beider Glaubensrichtungen: Liebe zu dem Einen Gott, und die Liebe gegenüber dem Nachbarn. Diese beiden Prinzipien finden sich immer wieder und wieder in den geheiligten Schriften des Islams und Christentums. Die Einheit Gottes ist wesentlich um Ihn zu lieben, und das Erfordernis den Nachbarn zu lieben ist somit das Gemeinsame zwischen Islam und Christentum. Nur einige Beispiele:

Zu Gottes Einheit sagt Gott im Heiligen Qur’an: Sprich: “Er, Gott, ist ein Einziger, Gott, der [Absolute,] Ewige Unabhängige, [von Dem alles abhängt]. (Al- Ikhlas, 112:1-2). Zum Erfordernis Gott zu lieben, sagt Gott im Heiligen Qur’an: Und gedenke des Namens deines Herrn und wende dich Ihm von ganzem Herzen zu. (Al-Muzzammil, 73:8). Vom Erfordernis den Nachbarn zu lieben sagte der Prophet Muhammad r: “Keiner von euch hat den Glauben erlangt, solange er für seinen Nachbarn nicht wünscht, was er für sich selbst wünscht.

Im Neuen Testament sprach Jesus Christus: “Höre, O Israel, der Herr, euer Gott ist Ein Gott und ihr sollt den Herrn, euren Gott lieben aus ganzem Herzen, mit all eurer Seele, mit eurem Verstand und mit all eurer Kraft. Dies ist das erste Gebot. Und das zweite gleich ihm ist dies: “Ihr sollt euren Nachbarn gleich euch selbst lieben.” Und es ist kein anderes Gebot größer als diese. (Markus 12:29, 30-31)

Im Heiligen Qur’an, gebietet der über alles erhabene Gott den Muslimen, folgenden Aufruf an die Christen (und die Juden – den Völkern der Schrift) zukommen zu lassen:

Sprich: “O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch, dass wir nämlich Gott allein dienen und nichts neben Ihn stellen und dass nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen außer Gott.” Und wenn sie sich abwenden, so sprecht: “Bezeugt, dass wir (Ihm) ergeben sind.” (Aal ‘Imran 3:64)

Die Worte: „dass wir nichts (keine Partner) neben Ihn stellen“, beziehen sich auf die Einheit Gottes, und die Worte, „dass wir nämlich Gott allein (in Anbetung) dienen“ beziehen sich auf die vollkommen alleinige Hingabe an Gott. Damit bezieht sich all dies auf das Erste und Größte Gebot. Gemäß einem der ältesten und maßgeblichen Kommentaren des Heiligen Qur’ans, bedeuten die Worte: „dass nicht die einen von uns die anderen zu Herren neben Gott nehmen“, dass „keiner dem anderen gehorchen solle, in Ungehorsam gegen das, was Gott geboten hat“. Dies steht in Bezug zum Zweiten Gebot, da Gerechtigkeit und Religionsfreiheit ein unverzichtbarer Bestandteil in der Liebe zum Nachbarn sind. Im Gehorsam gegenüber dem Qur’an laden wir als Muslime die Christen ein, mit uns auf der Grundlage dessen zusammen zu kommen, was uns gemeinsam ist, dem Wesentlichen unseres Glaubens und dessen Praxis: den Zwei Geboten der Liebe.

Die vollständige Fassung des Briefes in englischer Sprache

Die vollständige (von M. M. Hanel übersetzte) Fassung des Briefes in deutscher Sprache.

Die vollständige (von A. H. Wentzel übersetzte) Fassung des Briefes in deutscher Sprache.