Islampress

Die Infamie des Mainstream-Journalismus

Wie ich mich des SPIEGELs entledigte

Die Sache mit der Hip-Hop-Gruppe »Die Bandbreite« und dem Fitna-Netzwerk gegen kritische Blogger hat mich an die guten Gründe erinnert – es war die Dreistigkeit gewesen, mit der SPIEGEL-Schreiberlinge den ehrenwerten Dr. Andreas von Bülow niederzumachen versuchten -, derentwegen ich vor ein paar Jahren mein SPIEGEL-Abo gekündigt hatte. Hier der Wortlaut meiner Kündigung:


Der Spiegel
- Redaktion -
Brandstwiete 19

20457 Hamburg

Kandern im Schwarzwald, den 15. September 2003

Kündigung des SPIEGEL-Abos
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Sehr geehrter Damen und Herren,

So wie er schon seit Jahren, neuerdings immer deutlicher, auftritt, ist der SPIEGEL mir eine zunehmend herbere Enttäuschung, da er immer deutlicher in allen feineren Fragen scheitert. Warum das für mich nun ein Grund ist, mein SPIEGEL-Abo hiermit aufzukündigen, will ich gern in ein paar Zeilen begründen:

Während wir früher den investigativen Journalismus dieses Blattes beklatscht haben – schon mein Vater hatte den SPIEGEL gelesen, und ich selbst lese ihn seit rund vierzig Jahren –, entdecken wir doch heute in eben diesem Blatt eine beklemmende Enge allen Fragen gegenüber, die das Genre des Wirtschaftlichen, des Politischen oder gewöhnlichen Regenbogenpresse-Klatsches übersteigen. Das betrifft – in jedem Fall war es wohl ein Fehler gewesen, jenen Reeperbahn-Sexblatt-Redakteur Stefan Aust zum Steuermann zu machen – schon gewöhliche kulturelle Fragen außerhalb der Hitlisten der meistverkauften Bücher der Woche oder ähnlichem.

Das betrifft aber vor allem Fragen des Spirituellen, aber auch Grundfragen der Wissenschaft, der Religion. Auf diesen Feldern – niemals hat der SPIEGEL übrigens auch nur ein einziges Wort über die bahnbrechenden Forschungen Dr. Immanuel Velikovskys verloren – ist der SPIEGEL keineswegs die erste Wahl. Im Gegenteil. In diesen Fragen ist er ein absolut konservatives, ein reaktionäres, ja ein korruptes Blatt: kurrumpiert von dem, was man für allgemein anerkannt hält, mit Redakteuren, die nicht in der Lage sind, eine offene Frage als wirklich offene mal ein paar Sekunden lang auszuhalten. Man hat, bevor eine Frage richtig auftritt, schon immer ihre richtige Antwort zu wissen, ist die Losung dieses primitiven Schreibens. Sensible Fragen werden dann dort so entschieden, wie der SPIEGEL-Autor glaubt, daß das wohl insofern unangreifbar sei, weil alle zu glauben scheinen, daß es so ist. Eine Frechheit solcher Art – das Feine wird als von der Mehrheit nicht verstanden erkannt niedergemacht – empfinde ich als unerhört. Für so etwas, so elend und charakterlos, wie es ist, gebe ich doch nicht auch noch Geld aus!

Was Thomas S. Kuhn über Neuerungen (“Paradigmenwechsel”) in den Wissenschaften sagt (daß sie sich nämlich nicht dem guten Argument, sondern den Kräften des Sozialspieles verdanken), das gilt ebenso, man möchte sagen, noch weniger verblümt, für den SPIEGEL-Journalismus: Was zählt, ist auch hier offenkundig nicht das gute Argument, sondern das „Zuklatschen der Menge, darüber der Philosoph errötet, der populäre Witzling aber triumphiert und trotzig thut“ (Kant).

Die Art wie SPIEGEL-Schlammschleuder Dominik Czieschen das Buch von Andreas von Bülow über die Verstrickung der CIA in den 11. September in einer der vorangegangenen SPIEGEL-Ausgaben unter dem Titel Panoptikum des Absurden niedergemacht hatte, war so ungeheuer dreist, so intrigant und ignorant, daß das – ich unterstelle mal, daß es nicht die Wahnsinnstat eines durchgeknallten Underdogs war – sehr gut eine Auftragsarbeit hätte gewesen sein können, wenn man pure Bosheit eines abgrundtief üblen Charakters als Grund ausschließen will. Die Prädikate dieses Schlammbewurfs wie “Lieblingstheorie”, “Paranoiker”, “abzudriften”, “Schmökerstoff auf James Bond Niveau”, “größten Blödsinn”, Blanker Unsinn”, “entspringt der Phantasie”, “alles Unsinn”, sind so unglaublich einseitig, die Bündel an Philippika so eng gesetzt, daß der Leser sich später dann nur noch wundert, warum es ihm bei der Lektüre gar nicht aufgefallen war, daß er von der Sache selbst fast nichts erfuhr. Der Mangel solch tollwutartiger Weise übeltäterischen Schreibens zeigte sich nicht zuletzt doch auch am Schluß darin, daß der Leser nicht einmal die zu einer Buchbesprechung als unverzichtbar geltenden Informationen über den Verlag, in dem das Buch erschienen war, oder dessen Preis erhält.

Die unverschämte Art, wie es die SPIEGEL-Verantwortlichten einem skrupellosen Schreiberling erlaubt haben, Andreas von Bülow infam niederzumachen, hat angesichts der Brisanz des Themas doch selbst einen eher konspirativen Geschmack. Dies Machwerk gibt mir nun den letzten Anstoß, mein SPIEGEL-Abo endlich aufzukündigen. Dies tue ich hiermit zum nächstmöglichen Termin.

Mit Bedauern und Freude zugleich

Salim E. Spohr


Die Frage, die mich seitdem beschäftigt: Wer bezahlt eigentlich die SPIEGEL-Schreiber? – Stehen sie vielleicht auf der Soldliste der CIA, des Pentagon? – Ist das Netzwerk des Bösen vielleicht viel größer, als wir alle gedacht haben?