Islampress

ZDF-Sendung verharmlost Salafisten

Sind Salafisten solche, deren geistiges Gleichgewicht in einer gefährlichen bis zum Wahnsinn gehenden Weise gestört ist, dann liegt im Wort eines ZDF-Moderators von einer angeblich “strengen Auslegung des Islam” durch diese Leute eine unglaubliche Verharmlosung.

In der letzten Folge des “Forums am Freitag” wird das Buch Mouhanad Khorchides, des Professors für Islamische Religionspädagogik an der Universität Münster “Islam ist Barmherzigkeit” vom ZDF-Moderator Abdul-Ahmad Rashid mit den Worten vorgestellt: “Die Salafisten mit ihrer strengen Auslegung des Islam sind zur Zeit in aller Munde. Doch jetzt gibt es ein Gegengift dazu …”.

Und so ein Satz wird von wie vielen Tausenden oder Hunderttausenden gehört und verstanden und behalten. Dabei ist es absolut irreführend, mit Salafisten eine “strenge Auslegung des Islam” zu verbinden. Wenn ein Salafist beispielsweise behauptet, es wäre verboten, sich bei einem Menschen zu bedanken, da man sich nur bei Allah bedanken dürfe, dann ist das, recht verstanden, nicht eine strenge Auslegung des Islam, sondern ein Zeichen geistiger Gestörtheit, ein Zeichen dessen, daß die Urteilskraft aus dem Gleichgewicht geraten ist, eine Form der Verwirrtheit, die auch noch im Widerspruch zu einem Wort des Propheten steht, auf dem der Friede sei, der gesagt hatte: “Bedankt euch bei den Menschen, dann lernt ihr den Dank Allah gegenüber.”

Wenn von saudi-arabischen Wahhabi-Salafiten die Jugend Libyens indoktriniert wurde, sich gegen die libyschen Ulama zu stellen und Gräber von Heiligen und nahe an Gräbern liegende Moscheen zu verwüsten, dann ist das Fitna hoch drei und ein Verbrechen. Wie verdreht aber muß ein Journalist nun sein, der salafitischen Vandalismus für einen Ausdruck von Strenggläubigkeit hält, welcher in absolutem Widerspruch schon zum einfachsten Glauben selbst steht, und der Prophet, auf dem der Friede sei, gesagt hatte, daß, die Knochen eines Verstorbenen zu brechen, eine Tat ist, die genau so verderbt sei wie die, das einem Lebenden anzutun. Und so weiter und so weiter.

Es sieht so aus, als handele das ZDF nach der Maxime: “Wie können wir auf ansprechende und leicht akzeptierbare Weise den Islam von innen her niedermachen?” – Hatte der Britische Geheimdienst einst danach gefragt, wie man den Islam schwächen könnte und zu dem Ergebnis gefunden, daß es am leichtesten ins Werk gesetzt würde, wenn man unter Muslimen die “Der-Koran-allein-ist-genung”-Lüge verbreitet und sie so um das Wichtigste, ihren Propheten und seine Sunna, bringt, ohne den Islam zu einer batteriebetriebenen Leiche ohne jede Kraft werden würde, mit der man schnell fertig werden könnte, so besteht eine andere Methode darin, den Islam “modern” oder “zeitgemäß” zu machen, beispielsweise ernsthaft zu fragen ob es nicht zeitgemäß wäre, im Ramadan nur vielleicht zehn Stunden am Tag zu fasten oder vielleicht die Anzahl der Fastentage zu verringern, und eine bekannte Islamfrau ohne Verstand öffentlich sagen zu lassen, ja, das könnte für die Zukunft eine Lösung sein. – Da man sich auf die Mühen des Fastens konzentriert, blieb völlig unbeachtet, welch unermeßlichen wundersamen Segen der Herr der Welten in jeden einzelnen Fastentag im heiligen Monat Ramadan gesetzt hat.

War in jener ZDF-Sendung zum Ramadan mit der Frage, ob es noch zeitgemäß wäre, alle Stunden des Tages oder alle Tage des Monats zu fasten, mit erschreckender Verkennung des himmlischen Segens, der auf jedem einzelnen Tag dieses Monats liegt, ein gewisser Weichei-Islam gepflegt und propagiert worden, dem jede Form von Spiritualität abgeht, so öffnet sich in der letzten Folge dieses “Forums am Freitag” eine neue Dimension der Aushöhlung islamischen Glaubens durch Verharmlosung des Üblen als “Strengläubigkeit”, ein Wort, das es verdiente, einmal genauer untersucht zu werden.

Bei näherer Betrachtung nämlich könnte sich zeigen, daß in jener überall immer wieder beschworenen “Strenggläubigkeit” wahhabitisch-salafitisch geprägter Gesellschaften in Wahrheit eine Abkehr vom wahren Glauben liegt, sofern dieser sich nach vielen Worten des Propheten, auf dem Friede und Segen seien, wie des Heiligen Koran durch das rechte Maß und eine wunderbare Angemessenheit, Leichtigkeit und Schönheit und einer Ächtung des Zwangs, durch Augenmaß und beglückende Menschlichkeit qualifiziert.