Islampress

Wenn nach dem Id-Gebet die Muslime heimgehen

Wenn nach dem ‘Îd-Gebet die Muslime heimgehen, spricht der Herr zu Seinen Engeln: »O Meine Engel, wenn ein Arbeiter seine Pflicht getan hat, muß er für seine Mühen entlohnt werden. Meine Diener haben gehorsam einen ganzen Monat gefastet, jetzt kommt die Zeit, da Ich sie belohne.« Die Engel antworten: »O erhabener Herr und Gott, hast Du ihnen nicht schon so viel Gnade und Segen während des Ramadâns erteilt, was könnte ihnen noch an Lohn fehlen?« Da spricht Allâh der Herr zu ihnen: »Meine Engel, der Segen, den Ich ihnen für jeden Fastentag gab, war nur ein Ehrengeschenk, nicht aber ihr Lohn. Bei Meiner göttlichen Allherrlichkeit, Ich werde sie lohnen mit dem, ›was kein Auge je gesehen, kein Ohr je gehört und kein Menschenherz sich je erdacht‹ (Hadîth qudsî).«

‘Â’isha, die Frau des heiligen Propheten, berichtet, der heilige Prophet habe gesagt: »Am Jüngsten Tag wird alles Volk auferweckt werden, und alle werden hungern und dürsten, außer den Propheten und ihren Angehörigen und den Muslimen, die im Rajab, Sha‘bân und Ramadân gefastet haben; sie werden weder Hunger noch Durst verspüren.«

Der heilige Prophet sagte: »Das Fasten des Ramadân und das Lesen des Qur’âns werden am Tag der Auferstehung Fürsprecher für die Muslime sein. Der Ramadân wird sagen: ›O Allâh, Dein Knecht enthielt sich all’ meine Tage der Speise, des Tranks und seiner Gelüste, darum gib ihn mir!‹ Der Qur’ân wird sagen: ›Herr, dieser Deiner Knechte versagte sich den Schlaf in den Nächten, um in mir zu lesen; darum gib ihn mir jetzt!‹ Allâh der Allgütige wird ihre Fürsprache annehmen und diesen Diener in die Glückseligkeit einführen.«

Wenn der Jüngste Tag gekommen ist, verleiht der Herr dem Ramadân eine Gestalt, so wie alle Gebete eine Form annehmen. Dem Rama¡ân wird eine wunderschöne Gestalt gegeben, so daß alle, die auf ihn blicken, vor Erstaunen sprachlos sind. Er bewegt sich durch die Reihen der auferstandenen Seelen, bis er vor den Thron der Allherrlichkeit gekommen ist, und dort fällt er in Anbetung nieder. Allâh, der Herr des Gerichts, spricht dann zu ihm: »O Ramadân, sage, was du von Mir wünschest, Ich werde es dir gewähren.« Der Ramadân sagt dann: »O Allâh, mein Gott, ich wünsche mir, daß Du mir all diejenigen gibst, die während meiner Tage gefastet haben und mich in der Aufrichtigkeit ihres Herzens geachtet haben.« Der Herr spricht dann zum Ramadân: »Geh zum Feld von ‘Arafât; dort findest du all die, die gefastet haben und deinen wahren Wert zu schätzen wußten. Geh hin und bringe sie alle zu Mir!« Der Ramadân geht zum Feld von ‘Arafât, findet jene, die gefastet haben, und bringt sie vor die Göttliche Gegenwart. »O Ramadân, sind es diese, die deinen wahren Wert gekannt haben?« – Den wahren Wert des Ramadân kennen bedeutet, daß man nicht ißt, während ein anderer hungrig ist, daß man seine Zunge zu hüten weiß vor böser Rede und Verleumdung, daß man sich in acht nimmt vor allem, was unerlaubt ist, sein Auge vor dem Blick auf Verbotenes, seine Hand vor dem Griff nach Unrechtem hütet. Die solches aus Gottesfurcht unterlassen, die haben den wahren Wert des Ramadân erkannt. Von ihnen spricht Allâh, wenn Er den Ramadân nun fragt: »O Rama¡ân, was soll Ich Meinen Dienern bescheren?« Der Ramadân antwortet Allâh und sagt: »O Herr, bekleide sie mit den Gewändern des Paradieses und setze ihnen die Krone der Größe aufs Haupt.«

Allâh gewährt Seinen Dienern all dieses und macht sie zudem zu Fürsprechern für je siebzig Personen, die das Höllenfeuer verdient haben. Er gibt ihnen siebzigtausend Huris zu Gemahlinnen und läßt sie auf dem Burâq, dem himmlischen geflügelten Pferd, über die Brücke des #ir↠reiten, schneller als der Blitz. Dann spricht Allâh: »O Ramadân, was wünschst du noch, daß Ich diesen Dienern gebe?« »O Allâh, daß sie doch im Höchsten Paradiese die Nachbarn der seligen Propheten sein mögen! Mein Gott, alles, was ich ihnen wünschen kann, ist dies; aber Deine Güte und gnadenvolle Barmherzigkeit sind unermeßlich, so gib ihnen, was Deiner Herrlichkeit und göttlichen Majestät entspricht.«

Allâh belohnt sie dann aus Seiner unendlichen Schatzkammer und gibt einem jeden tausend Schlösser aus Rubin und Smaragd und tausend Städte mit je tausend prächtigen Wohnstätten im Paradies. Dieses Glück wird von ewiger Dauer sein.


aus: Amina Adil, Ramadan – Über die heiligen Monate Rajab, Sha‘bân, Ramadân, das Fasten, das Gebet und mancherlei mehr – Die schönsten Überlieferungen zu den heiligen Monaten, besonders dem gesegneten Ramadân –, S. 48 ff.