Islampress

Wenn Friedman kein Jude mehr sein darf - warum der Vorstand des Zentralrates abgelöst werden sollte
















War der Zentralrat der Juden schon mehrfach unangenehm bei dem Versuch aufgefallen, über den Gebrauch bestimmter Wörter wie «Holokaust» oder «Pogrom» in Deutschland in einer Weise bestimmen zu wollen, die sogar dem logischen Eigensinn dieser Wörter als Begiffen widerstritt (vgl. hier), so setzt er solcherlei Verbohrtheit nurmehr die Krone auf, wenn er – wer zuckt nicht überrascht zusammen! – jetzt sogar die Bezeichnung eines Juden als Juden für «unhaltbar» erklärt.

Hatte die Frankfurter Allgemeine Zeitung, F.A.Z., im Zusammenhang mit der Charaktersisierung der Kritik an Managern als «Pogromstimmung» durch Niedersachsens Ministerpräsidenten Wulff folgendes geschrieben: „In der von Michel Friedman, einem Juden, moderierten Talkshow auf N 24 hatte sich Wulff trotz entsprechender Nachfragen nicht von seiner Wortwahl distanziert“, so monierte der Zentralrat die Charakterisierung Friedmanns als Juden als «unhaltbare Berichterstattung», in der «antisemitische Reflexe» erzeugt würden. Nun hat der Deutsche Presserat eine entsprechende Beschwerde des Zentralrats mit der Begründung abgewiesen, der Hinweis auf die Religionszugehörigkeit Friedmans im Kontext des „Pogrom“-Vergleichs von Wulff sei für ein rechtes Verständnis des Zusammenhanges durchaus relevant gewesen.

Ich aber frage, wie es überhaupt möglich ist, daß der Zentralrat der Juden die Charakterisierung Friedmans, eines Juden, als Juden zu einer «unhaltbaren Berichterstattung» erklärt, in der antisemitische Reflexe erzeugt würden. Wie ist es möglich, daß Friedman kein Jude sein darf, obwohl er einer ist und obwohl er dort in keinerlei negativer Konnotation auftritt?

Die Antwort lautet: Das ist nur dann möglich, wenn der Zentralrat glaubt, die Verwendung des bloßen Wortes «Jude» sei darauf angelegt, einen «antisemitischen Reflex» zu erzeugen.

Wenn das wahr wäre – ich glaube das nicht -, sollte der Zentralrat sich fragen, ob er selbst an der von ihm angenommenen pejorativen Geladenheit des Wortes «Jude» als Mitproduzent vielleicht schon entscheidend dadurch beteiligt war und ist, daß er das Thema des Jüdischen immer wieder auf eine so dumme und peinliche Weise wie die genannter Sprachregelungsversuche ins Spiel bringt. Wenn es wahr wäre, daß das Wort «Jude» an sich schon einen antisemitischen Reflex erzeugt, dann müßte der Zentralrat, wollte er dem entgegenwirken, versuchen, den Gebrauch des monierten Wortes «Jude» einzuschränken. Sollte er da mit gutem Beispiel vorangehen und vielleicht auf das Wort in seinem eigenen Vereinsnamen verzichten? – Nein, aber er sollte darauf verzichten, sich selbst und damit den Namen des Jüdischen immer wieder auf so verkniffene, hochneurotische und sogar der Sprachlogik zuwiderlaufende Weise (vgl. «Pogromstimmung» oder der Sprachterror des Zentralrates) öffentlich ins Spiel zu bringen.

Die einfachste Lösung wäre, der Zentralrat würde dieses unwürdige Spiel beenden und seinen gesamten unsäglichen Vorstand aus Israel-Propagandisten, die den Massenmord an den Palestinensern bis heute rechtfertigen – wer stellt hier eine Strafanzeige gegen diese Leute wegen Volksverhetzung? – endlich entlassen und sich nach Persönlichkeiten umsehen, die das hochattraktive humane Judentum, das zu spiritueller Weltgeltung kam – ich denke hier beispielsweise an Martin Bubers «Erzählungen der Chassidim», eines meiner Lieblingsbücher, – zum Zuge kommen lassen könnten. Das wäre gut für die Juden in Deutschland, das wäre gut für uns alle.