Islampress

Chinas Staatsterror in Uiguristan

[eigener Bericht]

Selbst unter Muslimen ist kaum bekannt, welchen menschenverachtenden Staatsterror China in Ostturkestan, dem Lande der Uiguren, turkstämmiger Muslime, ausübt.

Ein Beispiel für eine geradezu irreführende Berichterstattung einer muslimsichen Website findet sich auf islam.de, der Seite ambitionierter Islam-Funktionäre, wo es unter dem Titel China vor der Olympiade heißt:

Vier Wochen vor Beginn der Spiele am 8. August hat sich die Sorge der Regierung vor Zwischenfällen und Anschlägen zu einer Sicherheitsparanoia gewandelt. Nicht nur die Gebiete um die Sportarenen und das Olympische Dorf, auch andere Regionen sind mittlerweile in Alarmbereitschaft. – Nicht überraschend bezeichnete jüngst der militärische Sicherheitschef der Spiele, Tian Yixiang, “militanter Uiguren” als “größte Bedrohung”. Die Uiguren kämpfen für die Unabhängigkeit der nordwestchinesischen Region Xinjiang.

Zunächst halte ich es für unerträglich, sich so auf den Spachgebrauch chinesischer Landdiebe einzulassen und von der Provinz «Xinjiang» zu sprechen, was nur der chinesische Name für das von China widerrechtlich anektierte Ostturkestan ist.

Als höchst befremdlich empfinde ich es auch, daß islam.de den Bericht über «China vor der Olympiade» und die Verunglimpfung «militanter Uiguren» durch den militärischen Sicherheitschef der Spiele, Tian Yixiang, als «größte Bedrohung» unkommentiert stehenläßt.

Was ist mit euch? Wißt ihr nicht, was dort los ist? Oder interessiert es euch nicht?

Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker werden nirgendwo sonst in der Welt so viele Menschen aus politischen Gründen zum Tod verurteilt wie in Ostturkestan: Seit 1998 wurden mindestens 700 Uiguren deshalb hingerichtet. 8.000 gelten seit der Niederschlagung von Protesten in der Stadt Ily als vermisst. 2006/2007 gab es rund 16.000 uigurische Gewissensgefangene. Wer sich für Sprache, Kultur und Religion der Uiguren einsetzt, gilt als “Terrorist”. Allein seit dem 23. März wurden mindestens 760 Uiguren festgenommen. Vgl. auch den Qantara-Artikel zum Thema.

Was China sich seit Jahren in Uiguristan leistet, verdient weltweit allerschärfsten Protest. Bis heute ist es den Uiguren bei Androhung höchster Strafen verboten, den Islam zu praktizieren. In der Schule werden Kinder scheinheilig befragt, ob sie die Sure «al-fâtiha» auswendig können. Wenn sie die vortragen, werden sie gefragt, wer es ihnen beigebracht hat. Dann kommen der Lehrer und das Kind ins Gefängnis.

Ich kenne jemanden, der ist Imam und Hafidh. Er ist Uigure. Er war im Gefängnis, weil er Koranunterricht erteilt hatte und war nur durch glückliche Umstände dem Gefängnis entkommen. Sein jüngerer Bruder, der auch Hafidh ist, sitzt seit sechs Jahren im Gefängnis, weil er Koranunterricht erteilt hatte.

Was bilden sich diese gottlosen chinesischen Materialisten eigentlich ein! Woher nehmen sie das Recht, fromme Muslime, die überkaupt keine politischen Absichten haben, dermaßen zu drangsalieren. Die muslimische Welt muß aufstehen gegen den Irrsinn und die Hybris Chinas und den chinesischen Staatsterrorismus in Uiguristan. Es kann vor den Augen der Welt nicht erlaubt sein, daß das Lernen und Lehren des Korans mit Gefängnis bestraft wird.

Möge Allah Seine uigurischen Diener unter Seinen besonderen Schutz stellen und die bestialischen Chinesen aus dem Land der frommen und wunderbaren Uiguren herausschleudern und sie dafür bestrafen, daß sie die Kinder quälen, nur weil sie die «fâtiha auswendig können.