Islampress

Wie ein Lobbyist

Die Bundeszentrale für politische Bildung mußte die falsche Wiedergabe (vgl. meinen Beitrag: Die Antwort der Bundeszentrale) einer Äußerung von Irans Präsidenten nun endlich korrigieren. Dem Beharrlichen Einsatz von Redakteuren der Jungen Welt ist es zu verdanken, daß die Wahrheit sich schlußendlich durchsetzte.

Wichtiger Impuls dafür, daß doch noch etwas ins Rollen kam, war ein Artikel mit dem Titel »Der iranische Schlüsselsatz – Ein Übersetzungsfehler macht gefährliche Weltpolitik« von Katajun Amirpur, einer bekannten Islam-Wissenschaftlerin, in der Süddeutschen Zeitung vom 15./16. März

Die Redakteure der Jungen Welt schreiben: »Wir wandten uns schließlich erneut an den Petitionsausschuß des Bundestages, die Bundeszentrale, deren Kuratorium und dieses Mal auch an dessen wissenschaftlichen Beirat. Die bpb reagierte erstaunlich schnell …«

MEIN KOMMENTAR

Daß die BPB den monierten Satz endlich aus ihrem Dossier getilgt hat, ist eine gute Nachricht – Gratulation auch an das Team mit wunderbarer Beharrlichkeit – Doch die – fast möcht man sagen – »Kriminalgeschichte« der Tilgung selbst zeigt zugleich nur allzu deutlich die unglaubliche Zähigkeit, ja die regelrechte Borniertheit der unmittelbar Verantwortlichen bzw. des Dr. Hübinger. Ich hatte in einem islampress-Beitrag damals nachgewiesen, daß seine Antwort voller Falschheiten und Täuschungen war, daß es sich bei jenem mit Klauen und Zähnen verteidigten Satz weder um eine “Paraphrase”, noch um eine solche “mehrerer” Äußerungen gehandelt hatte. – Die zielführende Frage lautet, aus welchem Motiv, mit welcher Absicht oder auch mit welchem Recht der Herr Hübinger damals jene Nebelkerzen geworfen hatte. Welchen Interessen hatte er damit zu dienen geglaubt. Ein Mann indes, der nicht in der Lage ist, so etwas eigenverantwortlich – und zwar sine ira et studio – zu prüfen, ist in der Leitung eines solchen Hauses offenkundig fehl am Platze, benimmt er sich doch wie ein Lobbyist.