Islampress

»Dramatisch verschärft« - Sicherheitsbehörden in der Sinnkrise

Die Bundesregierung geht von einer erhöhten Gefahr durch Selbstmordanschläge nun auch in Deutschland aus, spricht von einer “Stimmung wie vor dem 11. September” und warnt vor einer dramatisch verschärften Sicherheitslage.

Tatsächlich scheinen diese wöchentlich vom Innenministerium ohne erkennbar realistischen Grund herausgebrachten Warnungen ein Zeichen dafür zu sein, daß mit der Behörde etwas nicht stimmt. Es ist völlig klar, daß die Sicherheitsbehörden sich sorgen müssen. Da wird so viel Geld für sie und ihre Terroristenabwehr ausgegeben, werden so viele Leute eingestellt, Razzien und Haus- und Moscheedurchsuchungen durchgeführt – doch nirgends findet sich ein Terrorist! Die scheint es in Deutschland nicht zu geben. Das ist wirklich ein Problem, mehr noch, eine große Gefahr für die Sicherheitsdienste. Denn deren Mannen geraten mehr und mehr in eine vitale Sinnkrise. Und so eine – wozu sollten sie auch gut sein, wenn das, wonach sie so fieberhaft suchen, vielleicht gar nicht existiert? – kann bös enden, beispielsweise beim Psychiater oder in der Heilanstalt.

Oder aber sie führt zu einer Neubesinnung und Überprüfung all des bislang für wahr Gehaltenen. Unter Umständen wird so ein Beamter dann noch religiös, vielleicht erkennt er ja die Schönheit und Weisheit jener nach amerkanischem Vorbild so maßlos diffamierten Religion, in der man fünf mal am Tage betet. So ein sinnkrisengeschüttelter Polizeispitzel könnte eines Tages auch noch die Shahada sprechen.

Um solchen Gefahren entgegenzutreten, ist der Innenminister schon aus Gründen des Selbstschutzes und des Erhaltes der Gesundheit der ihm Anbefohlenen gehalten, in allwöchentlichen Ritualen eine je erneute “Verschärfung der Sicherheitslage” zu beschwören. Und zwar gerade dann, wenn weit und breit und bis zum Horizont geblickt, sich nirgendwo auch nur ein Staubwölkchen regt, das als terroristisches gedeutet werden könnte.

In den letzten Jahren hat man in Deutschland, da man keine bösen teroristischen Muslime finden konnte, immer wieder einmal und sicher auch in Bewältigungung innerbehördlicher Sinnkrisen bekannterweise braven Muslimen eins auf den Kopf gegeben und – ich denke da an wirklich unsinnige Durchsuchungen von Moscheen oder jenen rüden Einbruch in die Osmanische Herberge in Kall-Sötenich – und einen Riesenwirbel veranstaltet, sicher auch mit Blick auf die, die die Gelder zu einer Vergrößerung des Sicherheitsdienstes bewilligt hatten oder noch bewilligen sollten. Die müssen ja auch davon überzeugt werden, daß die Gelder gut ausgegeben wurden bzw. werden würden. Ich bin sicher, daß den Behörden im Falle der Osmanischen Herberge jedenfalls klar bekannt war, daß sie dort keine Bomben finden würden, hatte doch das phantastische Gestammel eines allseits bekannt klinisch Verrückten den Vorwand für das Theater geliefert. Es liegt in der Konsequenz solch pr-bewußter, tatsächlich eindeutig selbst krimineller Akte, daß die Sicherheitsbeamten die Bomben, nach denen sie zu suchen vorgaben, in Zukunft gleich selbst mitbringen. Das hat doch was.

In einem nächsten Schritt könnte man es dann so machen wie die Briten, wie der Mossad und die C.I.A., nämlich eigene Leute dazu abstellen, alsTerroristen verkleidet, mal hier und da ein richtiges Bömbchen zu werfen. Und natürlich würde so etwas dann aus Staatsräson geschehe, diente es doch bloß einem höheren Zweck.

Liebe Leute, wacht doch auf! – Es darf nicht zugelassen werden, daß ein Bundesinnenminister aufgrund vagester Informationen, beispielsweise über zwei in Pakistan verhaftete Deutsche – gerade weil sie verhaftet wurden, können sie ja keine Gefahr mehr bedeuten -, in so dramatischer Weise die Sicherheitslage für verschärft erklärt. Ein paar Kommentare auf der F.A.Z.-Net-Seite haben das deutlich durchschaut. So sagt ein Karl-Heinz Lieblich unter dem Titel Jetzt wird´s langsam lächerlich …: “Es ist ja beinahe schon krankhaft, permanent – ohne dass auch nur ansatzweise ein Grund erkennbar wäre – die Bevölkerung zu verunsichern.” Andere sprechen von “Lächerlicher Argumentation und Begründung”, einer “Lachnummer”, “Frechheit, der Bevölkerung schon wieder einen Bären aufzubinden”, “Hoch lebe die Propaganda”, “Billiger Stimmungsmache” und einer fragt:“Kann man jemandem vertrauen, der fortwährend Märchen erzählt?”. Vgl. hier.

Es wurde in George Orwells phantastischem Roman 1984 eindrücklich vorgeführt, was geschieht, wenn Ordnungskräfte die Macht ergreifen. 23 Jahre nach diesem berühmt gewordenen Datum muß in Deutschland ein auch bei gutwilligster Betrachtung zumindest in seiner Urteilskraft dramatisch geschwächter Innenminister in jedem Fall als ein nicht tragbares Sicherheitsrisiko erkannt werden.